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«Wollen ein Dorf bleiben»

Märstetten ist beliebt: Seit 1990 ist die Einwohnerzahl um 49 Prozent gewachsen. Das hat auch mit idealer Verkehrslage und ÖV-Anbindung zu tun.

Von Reben umgeben: Weiler Schnellberg im Märstetter Ortsteil Ottoberg

Betörend ist sie, die Aussicht vom Ottoberg auf die Alpen. Kein Wunder, sind hier zahlreiche neue Einfamilienhäuser entstanden. Seit 1975 gehört Ottoberg zur Gemeinde Märstetten. Auch in der Ebene lässt es sich gut leben. Einkaufsmöglichkeiten und Schulen, von der Spielgruppe bis zur Sekundarstufe – alles ist vorhanden.

Genügend Wohnungen
Gemeindepräsident Jürg Schumacher, in Märstetten aufgewachsen, ist mit der Entwicklung zufrieden: «In letzter Zeit sind vor allem Mehrfamilienhäuser entstanden. Wer eine attraktive Wohnung sucht, wird bei uns leicht fündig.» Bis Ende 2018 rechnet Märstetten mit 3 000 Einwohnern. Dann soll die Wachstumskurve abflachen. «Von der Bevölkerung wird immer wieder der Wunsch geäussert, Märstetten solle ein Dorf bleiben. Dem will der Gemeinderat mit mehr Gewicht auf qualitativem Wachstum Rechnung tragen.»

Fast zum Knotenpunkt geworden
Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr beurteilt Schumacher als optimal. «Mit der S8 ist man in kurzer Zeit ohne Umsteigen im Grossraum Zürich. Der Schnellzugknoten Weinfelden ist nur eine Bahnstation entfernt und auch mit dem Postauto erreichbar.» Wenn der Gemeindepräsident einen Wunsch frei hätte, würde er eine Postautolinie entlang der Dörfer im Thurtal ausprobieren. «Leider liegen die Bahnstationen ziemlich weit entfernt, da wäre ein Postauto von Müllheim mitten durch die Dörfer nach Weinfelden bequemer und schneller.»
Märstetten hätte Weinfelden als potenzieller Eisenbahnknotenpunkt einst fast den Rang abgelaufen, weiss Schumacher. «Als Anfang des letzten Jahrhunderts die Mittelthurgau-Bahn gebaut wurde, stand eine aus meiner Sicht durchaus plausible Variante zur Diskussion. Nämlich von Kreuzlingen durch das Kemmental mit idealem Gefälle nach Märstetten und weiter via Bussnang nach Wil.» Daraus wurde nichts. Der Gemeinderat sagte vor 110 Jahren Nein zum Planungskredit.

(Text: Florian Stöckli, Bild: Werner Lenzin)