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Schiff ahoi

Die Schweizer Bodenseeschiffe fahren im Sommer 2019 volle Kraft voraus – mit neuen Linien und zusätzlichen Angeboten.

Herr und Frau Schweizer entdecken den Bodensee: Die Region mausert sich je länger, desto mehr zum Geheimtipp für Tagesausflüge und Kurzurlaube. Verschiedene Angebote «auf hoher See» scheinen die Bedürfnisse Erholungssuchender und Abenteuerlustiger zu treffen.


Diesen Sommer früher ab Kreuzlingen auf die Mainau und mit dem Schiff direkt von Arbon nach Langenargen – die Bodenseeschifffahrt wird noch attraktiver.

Direkt nach Langenargen
Dieses Jahr geht ein lang gehegter Wunsch der Stadt Arbon und des Kantons Thurgau in Erfüllung: Bislang wurde Langenargen nur zweimal täglich mit einem Schiff von Romanshorn via Rorschach angefahren, erzählt Andrea Ruf, CEO der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt AG (SBS): «Ende Mai realisieren wir nun eine neue Verbindung, dank der die Fahrgäste direkt von Arbon nach Langenargen fahren können. Damit kommen wir einem grossen Kundenbedürfnis nach. Viele deutsche Touristen haben das Verlangen, mit dem Schiff nach Rorschach oder Arbon zu reisen, viele Schweizer geniessen die Sonnenstube Langenargen als Naherholungsgebiet.» Zum Einsatz kommt deshalb das Motorschiff Rhyspitz – und zwar montags, dienstags und mittwochs. Das gleiche Schiff fährt donnerstags, freitags und sonntags auch die seit einigen Jahren beliebte Linie zwischen Altnau und Immenstaad beziehungsweise Hagnau an. Die letztjährige Ausweitung dieses Kurses auf Güttingen mit dem Neubau der Anlegestelle habe sich bewährt: «Wir konnten 23 Prozent mehr Personen als im Vorjahr befördern.»

Für Mobilgeräte optimiert
Die Gästeschar auf den Kursschiffen setzt sich laut Ruf aus Paaren, die einen romantischen Tag oder Abend auf dem See verbringen möchten, und pensionierten Menschen, Familien oder Gruppen zusammen. Immer öfter seien Radfahrende anzutreffen. Dem Alter seien keine Grenzen gesetzt. Deshalb wird auch die Werbung auf verschiedene Zielgruppen neu ausgerichtet: Besonders stolz ist Ruf auf den neu gestalteten Internetauftritt, der zusätzlich für die mobile Nutzung optimiert worden sei. Das veränderte Kommunikationsverhalten vieler Altersgruppen habe sie zudem veranlasst, das Online-Marketing deutlich zu stärken.

Hotelzimmer auf dem Schiff
Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein lässt sich ebenfalls jedes Jahr etwas Neues einfallen. Dieses Jahr wurde zusammen mit der Schweizer Gewässerschutzorganisation Aqua Viva die Naturerlebnis- Schi f fahr t «Rheinerleben» konzipiert: Ab Ende April erfährt man Wissenswertes vom Experten über die Natur- und Wasserlandschaft und sieht Eisvögel oder Biberburgen sowie «Verlobungsbucht» oder Schwertlilien vom Schiff aus. Die spezielle Vogelschaufahrt wird nach dem grossen Einführungserfolg im letzten Jahr erneut angeboten. Für Geniesser wartet die Schifffahrtsgesellschaft seit einem Jahr mit einem Hotelzimmer auf dem Motorschiff Konstanz auf, das letztes Jahr heiss begehrt war. Das Schiff aus dem Jahr 1925 liegt in der Hauptsaison in Schaffhausen vor Anker, wo zum Abendessen ein gediegener Zimmerservice dazugehört. In der Nebensaison könne das Schiff auch als Eventboot gemietet werden, sagt Geschäftsführer Remo Rey.

Ein Hotelzimmer mit Zimmerservice auf einem nostalgischen Schiff – beliebtes Angebot mit nautischem Romantikfaktor.

 

Die Wasser-, Tier- und Pflanzenwelt auf dem Schiff mit allen Sinnen entdecken – eine neue Naturerlebnis-Fahrt auf Untersee und Rhein machts möglich.

 

Schnell auf die Reichenau
Immer wieder bieten auch andere, kleinere Unternehmen spezielle Fahrten an: So wird Emil Bügler aus Dotnacht ab Mai eine Verbindung zwischen Ermatingen und der Insel Reichenau betreiben. Es sei vorgesehen, dass die Fähre tagsüber stündlich verkehrt und die An- und Abfahrtszeiten des PostAutos in Ermatingen berücksichtigt. Andrea Ruf freut sich darüber: «Das ist keine Konkurrenz. Jedes zusätzliche Angebot bereichert den Bodensee-Tourismus und lockt neue Gäste an.»

Die Insel Reichenau ist neu mit einer zusätzlichen Schiffsverbindung ab Ermatingen erreichbar.

Früher auf der Mainau
Ein Kursschiff der SBS-Flotte wird zudem ab der Sommersaison im Hafen Kreuzlingen stationiert. Das hat laut Ruf vor allem einen Vorteil: «Die Fahrgäste haben so die Möglichkeit, bereits vor 10 Uhr in Kreuzlingen einzusteigen und sind vor dem grossen Ansturm auf der Insel Mainau.» Andrea Ruf wirft noch einen Blick weiter voraus: Im Herbst nämlich wird das Flaggschiff der SBS, das Motorschiff St. Gallen, komplett renoviert und neu motorisiert. Es soll dann nächstes Jahr an den Erfolg des Motorschiffs Säntis anknüpfen, das vor zwei Jahren nach einer «Schönheitskur» in neuer Frische vom Stapel lief und den Auftakt diverser Investitionen in die Schiffsflotte bildete.

Feuerwehr und Schifffahrt «im gleichen Boot»
Bei unsichtigem Wetter mit Radar trotzdem sicher fahren: Die Schweizerische Bodensee Schifffahrt machts seit Kurzem möglich. Sie ist vom Bundesamt für Verkehr als Organisation für die Ausbildung für Schiffsradar und für die Prüfungsabnahme zum Erwerb des amtlichen Radarpatents anerkannt worden. Diese Zulassung hat sonst in der Schweiz nur noch die Berufsfeuerwehr Basel-Stadt.


(Text: Roman Salzmann, Bilder: Schweizerische Bodenseeschifffahrt AG, Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein AG, Achim Mende)