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27 Busse kommen zum Zug

Kein Zug für mehrere Tage: Zwischen Frauenfeld und Weinfelden ist ein logistischer Kraftakt nötig.

Bahnersatz
27 Busse kommen zum Zug: Walter Schwizer von PostAuto Ostschweiz plant umsichtig, um den Bahnersatz zu gewährleisten.


Neun Tage fährt zwischen Frauenfeld und Weinfelden kein Zug. Genauer gesagt von Samstag, 29. Juli bis und mit Sonntag, 6. August 2017. In dieser Zeit werden die Fahrleitungen auf dem Streckenabschnitt erneuert. Doch wie kommen die zahlreichen Passagiere, die normalerweise auf dieser Strecke verkehren, während der Sperrung an ihr Ziel?

Sommerferien bewusst gewählt

Die Lösung sind Ersatzbusse – und zwar einige: «19 Busse sind für den Ersatz der Fernverkehrszüge und S-Bahnen zwischen Frauenfeld und Weinfelden vorgesehen. Und für die Direktkurse Frauenfeld – Kreuzlingen nochmals acht Postautos», erklärt Walter Schwizer, Leiter der PostAuto-Region Ostschweiz. Um die logistische Herausforderung zu meistern, arbeitet PostAuto als Auftragnehmerin eng mit den Partnern Regiobus Gossau und Bus Ostschweiz zusammen. Trotzdem stellt sich die Frage, wie die Busunternehmen die 27 Fahrzeuge für den Sondereinsatz entbehren können? Immerhin müssen sie auch ihre gewöhnlichen Angebote aufrechterhalten. Schwizer erklärt: «Die Bauarbeiten finden in den Sommerferien statt. In dieser Zeit gibt es keine Zusatzkurse für Schüler und Berufspendler, weshalb mehr Busse verfügbar sind. Zudem werden Reservefahrzeuge eingesetzt.»

Sechs Busse für 600 Passagiere

Konkret sieht das wie folgt aus: Die gut 600 Fahrgäste, die normalerweise um 06.59 Uhr mit dem InterCity von Weinfelden in Richtung Frauenfeld abfahren, steigen in Weinfelden in einen von sechs Gelenkbussen ein oder um. Während ein Teil der Busse um 6.51 Uhr abfährt, um in Frauenfeld den Anschluss an den Schnellzug in Richtung Brig zu gewährleisten, verlässt der andere Teil Weinfelden fahrplanmässig um 6.59 Uhr. Die Reisenden haben damit Anschluss auf die S8 von Frauenfeld in Richtung Zürich. «Mit den Bussen, die fahrplanmässig abfahren, können wir den Schnellzuganschluss in Frauenfeld leider nicht gewährleisten», sagt Walter Schwizer. Je nach Reiseziel müssten die Fahrgäste deshalb 15 bis 30 Minuten mehr Reisezeit einplanen. Neben den Kursen der Schnellzüge decken die 27 Busse auch die Kurse der verschiedenen S-Bahnen zwischen Weinfelden und Frauenfeld sowie die Direktverbindung von Frauenfeld nach Kreuzlingen ab. Insgesamt kommen auf den verschiedenen Kursen drei Bustypen mit unterschiedlichen Kapazitäten und Leistungen zum Einsatz.

Totalsperre lohnt sich

Jürg Zimmermann, Netzentwickler Ostschweiz bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), betont, dass sich die Totalsperre für die SBB und die Reisenden lohne: Die Arbeiten könnten so in gesamthaft kürzerer Zeit, höherer Qualität und rund 20 Prozent günstiger realisiert werden als beispielsweise mit Arbeiten in der Nacht. Zimmermann rechnet vor: «Anstatt der neuntägigen Totalsperre zwischen Frauenfeld und Weinfelden müssten wir mehr als 600 Nächte – mit einspurigem Betrieb – arbeiten.» Dank der Totalsperre beliefen sich die Kosten für die Fahrleitungserneuerung auf rund 13 statt 16 Millionen Franken.

Mehr Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

(Text: Cyrill Rüegger, Bild: Roman Salzmann)