Direkt zum Inhalt springen

Zweites Gleis schliesst die Lücken

Die Bahnhöfe Neukirch-Egnach, Hauptwil, Kradolf und Lengwil werden derzeit zu Kreuzungsstationen ausgebaut. Das ist nötig, um den Fahrplan ab Ende 2018 wie geplant zu verdichten.

Beim Bahnhof Neukirch-Egnach entsteht ein neuer Bahndamm für ein zusätzliches Gleis.

Das Thurgauer Schienennetz erlebt momentan den grössten Ausbau seit der Elektrifizierung der Bahn. Im Herbst sind nun die letzten vier Ausbauten gestartet: Für insgesamt 65 Millionen Franken werden die Bahnhöfe Neukirch-Egnach, Hauptwil, Kradolf und Lengwil komplett erneuert. Konkret werden sie auf den neuesten technischen Stand gebracht und zu Kreuzungsstationen ausgebaut.

Neuer Bahndamm entsteht
So wird der Interregio von Zürich nach Konstanz in Lengwil künftig mit der S-Bahn kreuzen können, was den lückenlosen Halbstundentakt der S14 zwischen Weinfelden und Konstanz ermöglicht. Auch am Bahnhof Neukirch-Egnach laufen die Bauarbeiten. Es entsteht ein ins- gesamt 450 Meter langer Doppelspurabschnitt. Für das Kreuzungsgleis wird beim Bahnhof ein neuer Bahndamm in der Länge von 300 Metern aufgeschüttet. «Aufgrund des schwierigen Untergrundes erweisen sich die Bauarbeiten als Herausforderung und es sind besondere geologische Kenntnisse gefragt», erklärt Tim Büchele, Mediensprecher der Südostbahn, die für den Ausbau verantwortlich ist.

Lückenloser Stundentakt
Mit einer Versuchsschüttung im Frühling habe man die nötigen Erkenntnisse für den definitiven Damm gewonnen. Der Regio-Express (RE) zwischen Konstanz und St. Gallen wird durch den Ausbau am Bahnhof Neukirch-Egnach dem entgegenkommenden RE ausweichen können. So wird der lückenlose Stundentakt des RE ermöglicht. Die Ausbauten
in Hauptwil und Kradolf ermöglichen ihrerseits den lückenlosen Halbstundentakt auf der Linie S5 zwischen St. Gallen und Weinfelden. Die beschleunigte S5 (S55) hält zukünftig durchgehend an allen Stationen, sodass auch kleinere Haltestellen wie Arnegg, Sitterdorf und Bürglen profitieren. Die entgegenfahrenden S5-Züge werden sich nicht mehr in Bischofszell Stadt begegnen, sondern in den neu dafür ausgebauten Bahnhöfen.

Bahnhöfe bald barrierefrei
Alle vier Bahnhöfe werden im Zuge des Ausbaus zudem barrierefrei. Der erhöhte Neubau der 120 Meter langen Perrons gewährleistet einen schwellenlosen Zustieg in die Bahn.

(Text und Bild: Joël Vorburger)